Keine Besserung in Sicht: Die Kultusminister der Bundesländer haben beschlossen, dass im Jahr 2011 die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen innerhalb von nur fünf Tagen in die Sommerferien starten. Insgesamt umfasst der Sommerferienkorridor im kommenden Jahr nur 80 Tage, 2010 waren es 82 Tage. Der Automobilclub ADAC befürchtet kilometerlange Staus, frühzeitig ausgebuchte Hotels und hohe Preise, wie er am Freitag, den 29. Oktober 2010, bekanntgab. Der Automobilclub forderte deshalb die Kultusminister auf, die Ferientermine schnellstmöglich zu entzerren und in den nächsten Jahren wieder urlauberfreundlich und für die Tourismuswirtschaft attraktiv zu gestalten. Der Deutsche ReiseVerband (DRV) weist schon seit Jahren auf diese Problematik hin und fordert, den Sommerferienkorridor deutschlandweit auf 92 Tage auszudehnen, damit es weniger Überschneidungen bei den Ferienzeiten gibt.
Der Hintergrund: Die Kultusminister von Kiel bis München stimmen gemeinsam darüber ab, wann in welchem Bundesland die Sommerferien beginnen. Sie haben sich mit der Koordination der Ferientermine für die kommenden Jahre aber kein Ruhmesblatt ausgestellt: Die Zeiträume zwischen dem frühesten Ferienbeginn und dem spätesten Ferienende sind zu eng bemessen. Leidtragende sind sowohl die Verbraucher, vor allem Familien mit schulpflichtigen Kindern, als auch die Tourismuswirtschaft. Seit Jahren fordern Bundespolitiker aller Fraktionen sowie die deutsche Tourismusindustrie eine Ausdehnung des Ferienkorridors auf rund 90 Tage.
Nach dem Willen der Kultusminister soll jedoch der durchschnittliche Sommerferienkorridor bis zum Jahr 2017 bei nur 81,5 Tagen liegen. Für 2014 sind sogar nur 73 Tage vorgesehen. Ein Grund hierfür: Bayern und Baden-Württemberg pochen auf einen Ferienbeginn Ende Juli/Anfang August in ihren Ländern. Diese Blockadehaltung verhindert bislang das sogenannte rollierende System – wonach sich die Bundesländer bei den frühen, mittleren und späten Ferienzeiträumen ablösen – als tragfähigen und fairen Ansatz.
Ein breiter Sommerferienkorridor ermöglicht deutschlandweit weniger Überschneidungen der Ferienzeiten. Der DRV kämpft für 92 Tage, vom 15. Juni bis zum 15. September. Die Vorteile liegen auf der Hand: